20 Jahre - Morbus Scheuermann und einige Fragen

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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BBler
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20 Jahre - Morbus Scheuermann und einige Fragen

Beitrag von BBler »

Guten Tag,

ich bin 20 und habe laut Arzt den so genannten Morbus Scheuermann. Ich habe das Gefühl, dass mein Rücken immer Krummer wird und mittlerweile ist es echt unschön anzusehen. Mein Selbstbewusstsein leidet darunter sehr, mittlerweile würde ich trotz durchtrainierten Körper niemals einfach so Schwimmen gehen. Und bis ich ein Tshirt habe was nicht so "aufträgt" kann es auch schonmal dauern...

Ich war bis jetzt bestimmt bei 5 Ärzten, alle haben mir gesagt dass es nicht schlimm ist und ich nichts unternehmen könnte außer Sport - irgendwann werde ich schmerzen haben und da ich ja schonmal da bin, könnte ich direkt Schmerztabletten mitnehmen. Auf meine Antwort, dass ich keine Schmerzen habe und lieber etwas gegen den Buckel machen würde wurden mir nur erneut Tabletten angeboten und gesagt dass man da nichts machen kann. Außer Sport..

Naja also bin ich mittlerweile seit Jahren beim Sport, allerdings Kraftsport was jetzt die wenigsten freuen wird denke ich. Dort habe ich dann meinen ganzen Körper trainiert, immer mehr Rücken als Brust - aber das hat anscheinend nicht ganz geklappt da meine Brust überproportional durchtrainiert ist. Basiert halt alles auf unwissenheit der letzten Jahre - dass ich wirklich einen Morbus Scheuermann habe weiß ich erst seit ein paar Wochen. Der Arzt hat mir dann allerdings sogar die Krankengymnastik verweigert, obwohl mir diese "4 Wochen Probe" ziemlich geholfen haben. Ich konnte damals sogar wieder vernünftig auf einer Sonnenbank liegen - was jetzt wieder extrem unbequem ist.

Ich mache ca. 5 mal die Woche Sport und würde wirklich alles tun damit der Buckel wieder weg geht. Das selbe habe ich auch den Ärtzen gesagt aber das hat die nicht wirklich Interessiert, desswegen Frage ich einfach euch...
Gibt es noch möglichkeiten? Von einer Orthese halten die Ärzte nichts, würde zu sehr wehtun und stehe nicht zur Debatte.

Und wichtig wäre mir nochwas - ich habe jetzt versucht drastisch meine Haltung zu verbessern. Das heißt den Kopf hoch und Schultern nach hinten ziehen, Rücken gerade. Zudem versuche ich noch nurnoch auf dem Rücken zu schlafen aber bis jetzt hat mir das nichts gebracht außer dass ich ein extrem Verspanntes Gefühl habe, Muskuläre Schmerzen bekomme und zudem kann ich mittlerweile manchmal meine Wirbel leicht "einrenken" spüren wenn ich mich verdrehe. Wenn ich mich bequem halte habe ich den extremen Buckel!

Außerdem kommt es mir so vor, als wäre mein Rücken manchmal Krummer als sonst, zur Zeit sehe ich richtig ekelhaft aus. Kann das sein, oder bilde ich mir das nur ein?


Mit freundlichen Grüßen und Danke :(


Edit: Ich könnte euch auch ein Foto und ein Röntgenbild zeigen
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Klaus
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Re: 20 Jahre - Morbus Scheuermann und einige Fragen

Beitrag von Klaus »

Hallo BBler,
ich bin 20 und habe laut Arzt den so genannten Morbus Scheuermann. Ich habe das Gefühl, dass mein Rücken immer Krummer wird und mittlerweile ist es echt unschön anzusehen.
Also der Morbus Scheuermann ist nur ein bei Dir längst abgelaufener Auslöser für Fehlstellungen der Wirbelsäule.
Entscheidend ist, was er konkret ausgelöst hat. In der Regel ist das ein Rundrücken (Hyperkyphose), ein Hohlkreuz (Hyperlordose) und eine geringe begleitende Skoliose. Dies muss mit Gradzahlen
in einer kompetenten Diagnose anhand einer
Röntgen-Wirbelsäulen-Ganz-Aufnahme von vorn und von der Seite erfasst werden.

Und noch wichtiger, mit optimalen Behandlungsvorschlägen begleitet werden, die es wirklich gibt !!
Deine Geschichte ist eine fast täglich neu eingestellte Erfahrung, die zeigt, dass man das alles nur bei einem tatsächlichen Spezialisten bekommen kann.
viewtopic.php?f=25&t=6472
Naja also bin ich mittlerweile seit Jahren beim Sport, allerdings Kraftsport was jetzt die wenigsten freuen wird denke ich.
Du hast offensichtlich schon ein bischen hier gelesen oder?
Das Trainieren in der Fehlstellung birgt nicht nur die Gefahr, alles noch zu verschlimmern, es ändert bestenfalls auch nichts an der Situation!
Ich mache ca. 5 mal die Woche Sport und würde wirklich alles tun damit der Buckel wieder weg geht. Das selbe habe ich auch den Ärtzen gesagt aber das hat die nicht wirklich Interessiert, desswegen Frage ich einfach euch...
Gibt es noch möglichkeiten? Von einer Orthese halten die Ärzte nichts, würde zu sehr wehtun und stehe nicht zur Debatte.
Es gibt die spezielle KG nach Katharina Schroth (stationäre REHA in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen) und natürlich auch ein Korsett, was aber ein besonderes Thema ist.

Vor allen Maßnahmen muss aber die Diagnose eines Spezialisten stehen, der einschätzen kann, was alles möglich ist. Wenn Du alles dafür tun möchtest, "den Buckel weg zu bekommen" solltest Du einen solchen aufsuchen, weil Du sonst keinen Schritt vorwärts kommst. Ob Du den Buckel ganz wegbekommst, ist mit 20 sicherlich schwierig.
Bis dahin würde ich "den Sport" herunterfahren, weil bei Fehlstellungen nur ganz individuell und zielgerichtet vorgegangen werden darf. Für mich ist die Empfehlung der Orthopäden "Machen Sie Sport" ein absoluter Skandal, der offenbar immer noch an der Tagesordnung ist.
Edit: Ich könnte euch auch ein Foto und ein Röntgenbild zeigen
Das ändert nichts an der Tatsache, so schnell wie möglich eine optimale Behandlung anzugehen.
So etwas kann keine Diagnose ersetzen und dient nach meiner Ansicht eher dazu, jemanden zu drängen ;) , das unbedingt abklären zu lassen. Du willst das aber sowieso. Und ich vermute auch, dass "ein Röntgenbild" nicht den gesamten Rücken zeigt.

Gruß
Klaus
BBler
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Re: 20 Jahre - Morbus Scheuermann und einige Fragen

Beitrag von BBler »

Gibt es denn einen Arzt der in Kreis Aachen (50km von Köln) zu empfehlen ist? In der Liste ist so auf dem ersten Blick keiner aus der Region :(

Ich denke ich werde mal wieder zu einem der ersten Ärzte gehen bei dem ich war und nach der Krankengymnastik fragen und mir dann die Übungen merken um die Zuhause weiter machen zu können.
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Re: 20 Jahre - Morbus Scheuermann und einige Fragen

Beitrag von Lya500 »

Hallo BBler,

schaue mal in der "Foren Übersicht" unter Gesucht/Gefunden und dort speziell unter den Überregionalen Sprechstunden. Du brauchst auf jeden Fall eine Ganzwirbelsäulenaufnahme von vorn und von der Seite. Das können meistens nur die Wirbelsäulenspezialisten von denen man hier im Forum häufig liest. Ich wüsste jedenfalls nicht, dass es im Raum Aachen einen Spezialisten gibt.

LG
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Re: 20 Jahre - Morbus Scheuermann und einige Fragen

Beitrag von Lya500 »

BBler hat geschrieben:Ich denke ich werde mal wieder zu einem der ersten Ärzte gehen bei dem ich war und nach der Krankengymnastik fragen und mir dann die Übungen merken um die Zuhause weiter machen zu können.


Damit wirst du nicht weiterkommen, dadurch kann sich evtl deine Krümmung noch verschlechtern und du wirst weiterhin im dunkeln stehen und immer noch keine vernünftige Diagnose bekommen bzw.Therapie. Glaube mir, der Weg sich geziehlt einen Spezialisten zu suchen lohnt sich, auch wenn man dafür weitere Stecken in Kauf nehmen muss. Ich habe das auch getan und wusste vorher nie wie stark meine Krümmung tasächlich war, denn die Orthopäden hier vor Ort rätselten nur, machten Skizzen auf die Röbis, aber eine genaue Gradzahl habe ich nie erfahren, bin immer wieder mit den Worten ( versuchen sie sich gerade zu halten, oder machen sie Sport) abgespeist wurden, obwohl ich Schmerzen hatte, hat man mir nicht geholfen, habe teilweise sogar um ein KG Rezept kämpfen müssen. Wenn du genau wissen möchtest, wie stark die Krümmung deiner WS ist und was du am besten dagegen tun kannst, dann fahre zu einem Spezialisten, sonst kommst du nicht weiter.

LG
lya
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Klaus
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Re: 20 Jahre - Morbus Scheuermann und einige Fragen

Beitrag von Klaus »

BBler hat geschrieben:Gibt es denn einen Arzt der in Kreis Aachen (50km von Köln) zu empfehlen ist? In der Liste ist so auf dem ersten Blick keiner aus der Region :(
Ich habe Dir einen LINK direkt zu den Spezialisten genannt und auch deutlich gemacht, warum das nötig ist!
Diese "Überregionalen Sprechstunden" sind nun mal nicht überall zu haben, weil eben die meisten Orthopäden bei Hyperkyphose/Skoliose überfordert sind. Das zeigt sich auch in den einzelnen regionalen Threads und nicht zuletzt in Deiner Schilderung mit den 5 Ärzten!
Ich denke ich werde mal wieder zu einem der ersten Ärzte gehen bei dem ich war und nach der Krankengymnastik fragen und mir dann die Übungen merken um die Zuhause weiter machen zu können.
Damit wirst Du, wie Lya schon sehr deutlich gesagt hat, keinen Schritt weiterkommen !!
Es reicht nicht, einen ambulanten Schroth Therapeuten (wenn Du das damit meinst) aufzusuchen und sich die Übungen zu merken. Abgesehen davon, dass auch die Kompetenz des Therapeuten gerade bei Hyperkyphose nicht unbedingt gegeben sein muss, ist diese KG nur in einer stationären REHA richtig erlernbar. Hier geht es um eine Zeitspanne von 3-4 Wochen, in der mindestens in 20 Wochenstunden reines Schroth auch das richtige Körpergefühl erspürt wird. Ganz abgesehen von weiteren Maßnahmen, die Dich von morgends bis abends auf Trapp hält.

Und so eine REHA erfordert auch eine vorangegangene konkrete Diagnose, die erfahrenen Therapeuten in so einer Klinik haben keinen Röntgenblick. Abgesehen davon, dass sich der optische Eindruck sehr von der tatsächlichen Situation unterscheiden kann und die dort begleitenden Ärzte das genau im Blick haben müssen.

Gruß
Klaus
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